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Waldentwicklungsplanung im Kanton St.Gallen

Die Vielzahl unserer Ansprüche an die Leistungen des Waldes verlangen eine integrale Waldplanung mit Einbezug der Öffentlichkeit.

 

Die neue forstliche Planung kommt diesem Anliegen entgegen und versucht mit dem Instrument der Waldentwicklungsplanung (WEP) eine raumplanerische Ordnung in das Geschehen im und um den Wald zu schaffen. Schwerpunkt dieser Planung bilden die Aussagen zu den Waldfunktionen und deren Gewichtung. Gestützt auf die Ausscheidung von Waldfunktionen können einzelne Aktionsräume festgelegt und damit Interessenkonflikte vermieden werden.

Allgemeine Informationen zur Waldentwicklungsplanung im Kanton

Inhalt

Der Waldentwicklungsplan (WEP) ist zugleich Wegweiser und Leitplanke in der täglichen Arbeit der Regionalförster und Revierförster, aber auch für den Arbeits- und Aufgabenbereich der Waldeigentümer. Er ist zugleich eine wichtige Informationsquelle und Orientierungshilfe für die am Wald interessierte Bevölkerung. Der Waldentwicklungsplanung liegt in diesem Sinn ein strategischer Auftrag wie auch ein Informationsauftrag zugrunde.

 

Der Informationsteil fasst die Vielzahl der wichtigen Informationen, die der Forstdienst bei der täglichen Arbeit im betrieblichen und hoheitlichen Bereich zu berücksichtigen hat, in übersichtlicher Art zusammen. Es handelt sich hier einerseits um rechtskräftig ausgeschiedene Inventare (z.B. Hochmoore, Flachmoore, Moorlandschaften von nationaler Bedeutung) oder Schutzverordnungen, andererseits aber auch um hausgemachte (forstliche) Grundlagen (z.B. Vegetationskundliche Standortskarte (www.geoportal.ch), Ausscheidung von Wald mit besonderer Schutzfunktion, Waldreservatskonzept, Verjüngungskontrolle, usw.).

Diese Informationen bilden ihrerseits einen Grundraster, der beim Planungsprozess zur Feststellung vorhandener Freiräume und deren Grenzen aber auch zur Erkennung von Interessenkonflikten dient.

 

Der strategische Teil befasst sich insbesondere mit der Zuweisung von Waldfunktionen mit übergeordneter Bedeutung (Vorrangfunktionen) und mit der Festlegung entsprechender Bewirtschaftungsempfehlungen. Gleichzeitig wird versucht, eine räumliche Zuordnung der Freizeitaktivitäten soweit vorzunehmen, dass ein zumutbares und naturverträgliches Nebeneinander von Mensch und Lebensraum der Pflanzen- und Tierwelt resultiert.

Planungsablauf

Der Planungsprozess wird vom Regionalförster geleitet und spielt sich in den fünf aufeinanderfolgenden Phasen "Vorbereitung", "Planerarbeitung", "Vernehmlassung", "Auflage" und "Genehmigung" ab. Für die Vorbereitung und Leitung des Planungsprozesses wird jeweils eine Leitungsgruppe mit Vorsitz des zuständigen Regionalförsters eingesetzt.

Mitwirkung der Öffentlichkeit

Die Mitwirkung der Bevölkerung erfolgt einerseits im Rahmen einer begleitenden Arbeitsgruppe, in der je eine Vertretung der interessierten Kreise Einsitz nimmt, andrerseits im Rahmen des Vernehmlassungs- und Auflageverfahrens, bei dem nochmals Einwände, Ergänzungen, und Anregungen deponiert werden können. In der begleitenden Arbeitsgruppe nehmen auch Vertreter der kommunalen und kantonalen Amtsstellen Einsitz, sofern hierzu nicht eine eigene Ämtergruppe eingesetzt wird.

Die Waldentwicklungsplanung in Zahlen

Insgesamt wurden im Kanton St.Gallen 19 Planungseinheiten (WEP-Perimeter) ausgeschieden, für die jeweils ein eigenständiger Planungsprozess durchgeführt wird. Seit dem Jahr 2003 sind im Kanton die ersten Planungsperimeter in Angriff genommen worden. Bis zum Jahr 2017 sollten über das ganze Kantonsgebiet Waldentwicklungspläne vorliegen. Eine erste Überprüfung der Planungsergebnisse ist nach spätestens 20 Jahren vorzunehmen.

Weitere Infos

Planungsprozess, Inhalte und Zielsetzungen sind in den "Richtlinien für die Ausarbeitung von Waldentwicklungsplänen im Kanton St. Gallen" beschrieben.

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