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Vegetationskundliche Standortskartierung

Ausgangslage

oekogramm

Die Pflanzenwelt hat sich im Lauf der Erdgeschichte ständig an die Standortbedingungen, denen sie ausgesetzt war, angepasst. Die Entwicklung ihrer Eigenschaften, sich bei ganz bestimmten klimatischen, geologischen und bodenphysikalischen Verhältnissen zu behaupten, verlief bei jeder Pflanze oder Pflanzengruppe unterschiedlich. Die Pflanzensoziologie nutzt diese Erkenntnisse und beschreibt, welche Kombination von Waldbäumen und weiteren Gefässpflanzen, Moosen und Flechten bei welchen Standortverhältnissen regelmässig anzutreffen sind. Auf diese Weise lässt sich der Wald in eine Vielzahl unterschiedlicher Waldgesellschaften einteilen. Jede Waldgesellschaft zeichnet sich durch die für sie typischen Eigenschaften bezüglich Zusammensetzung und Wachstumsverhalten aus.

Projekt

Die Wälder des Kantons St.Gallen wurden in den Jahren 1989 bis 2009 vegetationskundlich kartiert. Nebst der im Geoportal aufgeschalteten Standortskarte  verfügt das Kantonsforstamt über verschiedene weitere Ergebnisse aus dem Projekt (Kartierschlüssel, Katalog der Lokalformen, Katalog der Standortstypen, Beschreibung der Bodenprofile, Gebietsberichte).

Anwendung

Mit der Standortskarte steht dem Waldbauer eine wichtige Grundlage zur Verfügung, die ihm bei vielen waldbaulichen Entscheidungen, insbesondere bei der Wahl der richtigen Baumarten, hilft. Standortgerechte Baumarten sind eine Voraussetzung für den naturnahen Waldbau.

Mit dem Vergleich der Standortskarte (potenzielle naturnahe Baumartenzusammensetzung) mit der Bestandeskarte (aktuell vorhandene Baumartenzusammensetzung) lassen sich Rückschlüsse zur Naturnähe der Waldbestände ziehen. Damit können langfristige Strategien im Bezug auf die Nachhaltigkeit abgeleitet werden.

Im Weiteren gibt die Standortskartierung Auskunft über das Vorkommen von seltenen und ökologisch besonders wichtigen Waldstandorten. Dieses Wissen fand unter anderem im kantonalen Waldreservatskonzept Eingang und wird im Zusammenhang mit der Biodiversität im Wald weiterhin berücksichtigt.

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