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Konzept Waldreservate SG

Einführung

Die ersten Waldreservate in der Schweiz datieren von 1914 (Nationalpark, www.nationalpark.ch) und 1933 (Aletschwald). Die Ausscheidung hatte zum Ziel, die Tier- und Pflanzenwelt der Wälder in ihrem ursprünglichen Zusammenspiel zu erhalten.

Im Kanton St.Gallen wurde 1976 erstmals ein Waldreservat eingerichtet: für den Joosenwald in Walenstadt wurde mit der ETH Zürich ein 50-jähriger Pachtvertrag abgeschlossen.

Die Einrichtung von Waldreservaten ist heute schweiz- und europaweit im Gange.

Reservatstypen

Ein zentrales Anliegen für die Einrichtung von Waldreservaten ist die Schaffung von Raum für die natürliche Entwicklung der Natur. Auch besondere Naturschönheiten können mit Waldreservaten geschützt werden. Zu diesem Zweck werden Naturwaldreservate ausgeschieden.

 

Neben ungenutzten Wäldern sind auch viele Strukturen genutzter Wälder ökologisch von grosser Bedeutung. So sind lichte Wälder wichtig für viele bedrohte Arten von Schmetterlingen bis zu den Vögeln und Blütenpflanzen. Mit gezielten Holznutzungen wird in Sonderwaldreservaten diesen Ansprüchen Rechnung getragen.

Zielsetzung der Waldreservatsausscheidung im Kanton

Die Waldreservatspolitik des Kantonsforstamtes ist im Waldreservatskonzept vom März 2003 festgelegt.

Mit seinen zukünftigen Waldreservaten werden verschiedene Zielsetzungen verfolgt:

 

Fachliche Ziele

Die fachlichen Ziele umfassen

  • Erhaltung und Förderung bedrohter und seltener Waldgesellschaften
  • Erhaltung und Förderung typisch ausgebildeter, verbreiteter Gesellschaften (Wälder) und regionaltypischer Komplexe
  • Erhaltung und Förderung bedrohter Pflanzen- und Tierarten sowie ihrer Lebensräume
  • Erhaltung von alten Bewirtschaftungsformen
  • Zulassen von Wildnis und natürlichen Abläufen
  • Ökologischer Ausgleich und Vernetzung
  • Beitrag zum Schutz und zur Entwicklung von Landschaften
  • Naturerlebnis und Förderung des öffentlichen Verständnisses
  • Waldbauliche und naturwissenschaftliche Forschung und Umweltbeobachtung

 

 

Flächenziele

Im Kanton St.Gallen wird eine Waldreservatsfläche (aus Sonder- und Naturwaldreservaten zusammengesetzt) von rund 5'200ha Wald angestrebt. Dies entspricht rund 10% der Waldfläche im Kanton. Dabei sollen mehrere Grossreservate (über 500ha) entstehen.

 

Zeithorizont

Die Realisierung von Waldreservaten hängt von folgenden Faktoren ab

  • kantonale Finanzen
  • Interesse und Kooperation der Waldeigentümer
  • dem Willen der Bevölkerung und Organisationen (Konfliktbereinigung)

 

 

 

Information und Mitwirkung

Die Schaffung von Akzeptanz bei den Betroffenen ist in allen Phasen der Ausscheidung und Festlegung von Waldreservaten zentral. Information und Mitwirkung spielen dabei eine wichtige Rolle.

Sicherung der Reservate

Waldreservate werden auf vertraglicher Basis zwischen dem Kanton und dem Waldeigentümer vereinbart. Die Vertragsdauer beträgt 50 Jahre.

 

Waldreservatskonzept

Bis Ende Jahr 2002 konnte das Konzept erarbeitet werden, das die Rahmenbedingungen, Zielsetzungen und notwendigen Massnahmen für die Errichtung von Waldreservaten im Kanton St.Gallen übersichtlich und fachlich fundiert darstellt. Es werden mögliche Reservatsflächen vorgeschlagen, die eine auf die verschiedenen Zielsetzungen angepasste Flächenverteilung innerhalb des Kantonsgebietes garantieren und gleichzeitig einige grössere Komplexe im Sinn der Waldreservatspolitik des Bundes umfassen.

Das Konzept liegt mit Datum März 2003 definitiv vor. Es wurde von der Regierung am 9. März 2004 genehmigt (RRB 2004/132).

Waldreservatskonzept des Kantons St.Gallen

PDF-Datei Waldreservatskonzept St.Gallen.pdf (1251 kB, PDF)   03.12.2003

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