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Veranstaltungen im Lebensraum

Einleitung

Die Melde- und Bewilligungspflicht von Veranstaltungen im Wald sowie in weiteren Lebensräumen von Pflanzen und wildlebenden Tieren dient der Lebensraumberuhigung. Durch gezielte Lenkung werden grosse Veranstaltungen mit erheblichem Störungspotenzial von natur- und wildsensiblen Gebieten ferngehalten oder deren Auswirkungen mittels Auflagen auf ein tragbares Mass beschränkt. Die Meldung erfolgt an die Politische Gemeinde. Bewilligungsbehörde ist das Kantonsforstamt. Es wird zwischen meldepflichtigen und bewilligungspflichtigen Veranstaltungen unterschieden.

Rechtsgrundlagen

Bundesgesetzgebung


Meldepflichtige Veranstaltungen

Zuständigkeit: Politische Gemeinden

Worum geht es?

Meldepflichtige Veranstaltungen (Art. 19 Vo EG WaG):

1Meldepflichtige Veranstaltungen sind:

  • rad-, reit- und flugsportliche Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmenden;
  • hundesportliche Veranstaltungen mit mehr als 10 Hunden;
  • übrige sportliche Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmenden, (bspw. Orientierungsläufe, Jugendlager, Waldsporttage, Schwingfeste), die in der Zeit vom 1. Mai bis 15. Juli stattfinden (Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit; sogleich bewilligungspflichtig);
  • Veranstaltungen mit technischen Einrichtungen und Geräten wie Licht- und Verstärkeranlagen;
  • Kriegs- und Kampfspiele;

2Veranstaltungen mit mehr als 150 Teilnehmenden oder Besuchern sind in jedem Fall meldepflichtig.

 

Meldepflichtige Veranstaltungen (Art. 21 Fischereiverordnung)

1Veranstaltungen im oder am Wasser mit mehr als 100 Teilnehmenden.

 

 

Weder melde- noch bewilligungspflichtig sind Familienpicknicks, Geburtstagsfeste, Waldgottesdienste, herkömmliche Pfadiübungen, Wanderungen oder Velotouren von Gruppen und Vereinen usw. soweit sie die Schwelle von 150 Teilnehmenden nicht erreichen. Veranstaltungen ausserhalb der Bauzone unterstehen in der Regel der Melde- und Bewilligungspflicht nach Waldgesetz. Findet eine Veranstaltung über mehrere Tage statt und kann somit über längere Zeit Auswirkungen auf Pflanzen und wildlebende Tiere haben, so werden die Teilnehmenden und Besuchenden nach Anzahl Tagen kumuliert (z.B. Zeltlager, Schulanlässe über mehrere Tage, Open Air usw.).

Verfahren

Melde- und bewilligungspflichtige Veranstaltungen gemäss Waldgesetz sind der zuständigen Politischen Gemeinde frühzeitig (mindestens 3 Monate im Voraus) und vollständig zu melden. Die Meldung hat an diejenige Gemeinde zu erfolgen, auf deren Gebiet der infrastrukturelle Schwerpunkt der Veranstaltung liegt. Im Minimum sind ein Meldeformular und ein Situationsplan einzureichen. Grossveranstaltungen erfordern in der Regel zusätzlich ein Parkplatz-, Bodenschutz- und Sicherheitskonzept. Meldeformulare und Merkblätter können bei der Gemeinde bezogen oder auf dieser Seite heruntergeladen werden.

Die Politische Gemeinde beurteilt die Veranstaltung innert Monatsfrist auf die Melde- beziehungsweise Bewilligungspflicht. Meldepflichtige Veranstaltungen werden von der Politischen Gemeinde, unter Einbezug des Regionalförsters, des Wildhüters und allenfalls weiterer Gemeinden, behandelt. Bewilligungspflichtige Veranstaltungen leitet sie an das Kantonsforstamt weiter.

 


Bewilligungspflichtige Veranstaltungen

Zuständigkeit: Kantonsforstamt

Worum geht es?

Bewilligungspflichtige Veranstaltungen (Art. 21 Vo EG WaG):

1 Bewilligungspflichtige Veranstaltungen sind:

  • rad-, reit- und flugsportliche Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmenden;
  • hundesportliche Veranstaltungen mit mehr als 30 Hunden;
  • übrige sportliche Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmenden (bspw. Orientierungsläufe, Pfadilager, Waldsporttage, Schwingfeste), die in der Zeit vom 1. Mai bis 15. Juli stattfinden (Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit);
  • meldepflichtige Veranstaltungen in Waldreservaten, Naturschutzgebieten oder Kern- und Schongebieten nach kantonalem Richtplan;
  • Veranstaltungen, für die keine einvernehmliche Regelung nach Art. 20 Abs. 3 lit. b dieser Verordnung zustande gekommen ist.

2 Veranstaltungen mit mehr als 300 Teilnehmenden oder Besuchern sind in jedem Fall bewilligungspflichtig.

 

Verfahren

Das Kantonsforstamt ist für die Erteilung der Bewilligung zuständig. Es holt vor seinem Entscheid die Stellungnahmen der betroffenen Stellen des Kantons und der Politischen Gemeinden ein. Es entscheidet spätestens innert drei Monaten nach Eingang der Meldung bei der Gemeinde. Kann der Entscheid nicht innert dieser Frist erfolgen, teilt es den Verfahrensbeteiligten die voraussichtliche Behandlungsfrist unter Angabe der Gründe mit.

 

Die Bewilligung wird erteilt, wenn die Veranstaltung zu keiner übermässigen Störung oder Gefährdung des Waldes oder der Lebensgemeinschaft von Tieren und Pflanzen führt. Für periodisch stattfindende Veranstaltungen kann unter dem Vorbehalt unveränderter Verhältnisse eine Pauschalbewilligung erteilt werden. Vorbehalten bleibt die Zustimmung des Waldeigentümers für Nutzungen, die über das ortsübliche Mass hinausgehen.