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Holzproduktion

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Dass im Wald Bäume wachsen ist keine neue Erkenntnis, aber interessant und bemerkenswert ist die Menge. Gemäss dem dritten Landesforstinventar (www.lfi.ch) stehen im St.Galler Wald rund 24 Millionen Kubikmeter Holz, rund 442 Kubikmeter pro Hektare. Pro Minute wächst im St.Galler Wald rund ein Kubikmeter Holz nach, was jedes Jahr eine Holzmenge von ungefähr 534'000 Kubikmeter ergibt. Nach Schätzungen des Forstdienstes beläuft sich der jährlich nutzbare Zuwachs auf total rund 400'000 Kubikmeter oder 7.5 Kubikmeter pro Hektare produktiver Wald. Der Zuwachs weist nur das theoretische Potenzial der Holznutzung aus. Aufgrund der topographischen Verhältnisse und der Erschliessung ist längst nicht jeder Wald nutzbar. Zudem spielt auch der Holzmarkt eine entscheidende Rolle: Je grösser die Nachfrage nach Holz, desto höher der Preis. Der Waldeigentümer ist wie alle ökonomisch denkenden Menschen preissensibel. Bei guten Preisen wird im Wald viel Holz genutzt, besonders auch im Privatwald.

Nachhaltige Waldbewirtschaftung bedeutet, dass maximal die zuwachsende Holzmenge aus dem Wald entnommen wird. Werden keine oder zu wenige Bäume genutzt, wird der Wald immer älter und Schattenbaumarten wie Buche, Tanne und Fichte verdrängen mit der Zeit die lichtbedürftigeren Arten neben Esche, Ahorn und Lärche, insbesondere auch seltene Baumarten wie Kirschbaum und Eiche. Wenn der Mensch nicht eingreift, wird dadurch der Wald dichter und schattiger. Die Waldbestände neigen zur Einschichtigkeit und die Artenvielfalt nimmt ab.

 

Holzschläge dagegen sorgen für Licht im Wald und fördern so die Biodiversität (Vielfalt der Arten, Gene und Ökosysteme). Viele Baumarten wie Föhre, Lärche, Eiche, Birke sind sehr lichtbedürftig. Für sie müssen grösserflächige Verjüngungsschläge vorgenommen werden. Eine Verjüngung dieser Arten unter Schirm (Kronendach) ist nicht möglich.

 

Bäume sind zum Zeitpunkt ihrer Nutzung im Vergleich zu ihrem biologisch möglichen Alter noch sehr jung. Eine Fichte zum Beispiel kann bis zu 600 Jahre alt werden bis sie abstirbt. Im Wirtschaftswald aber wird sie je nach Höhenlage und Wuchskraft mit durchschnittlich 100 bis 140 Jahren geerntet. In Wirtschaftswäldern werden deshalb Altholzinseln ausgeschieden. Dort lässt man die alten und auch die toten Bäume bewusst stehen. Altholzinseln sind wertvolle Lebensräume für verschiedene Pflanzen- und Tierarten. Verschiedene Spechtarten können zum Beispiel bei jüngeren Bäumen keine Höhlen für den Nachwuchs bauen. Auch in den Naturwaldreservaten wird der Wald sich selber überlassen und damit Alterungs- und Zerfallsprozesse bewusst ermöglicht.

Lärchen Rundholz

Wald entwickelt sich grundsätzlich auch ohne die (Pflege) Eingriffe des Menschen. Jedoch verlangt die moderne Zivilisation mit der immer dichteren Besiedlung nach einem gepflegten, artenreichen Wald, der insbesondere auch die Schutzfunktionen vor Naturgefahren wie Steinschlag, Murgang oder Lawinen übernimmt oder Erholungszwecken dienen kann. 

Durch die regelmässige, fachmännische Nutzung wird verhindert, dass der Wald instabil wird und seine vielfältigen Funktionen nachhaltig, auch für die künftigen Generationen erfüllen kann.

 

Der Wald ist auch Rohstofflieferant. Holz ist ein vielseitig einsetzbarer und umweltfreundlicher Bau- und Energiestoff. Pro Jahr nutzen die St.Galler Waldeigentümer im Durchschnitt 300'000 Kubikmeter Holz, was einem Güterzug mit 5'500 Bahnwagen oder einer Länge von fast 110 km entspricht.

 

Am Wald und in der nachgelagerten Verarbeitungsindustrie hängen auch Arbeitsplätze: Im Kanton St.Gallen beschäftigt die Wald- und Holzbranche rund 4'700 Personen.

 

Im Privatwald ist Potenzial zur Steigerung der Holznutzung vorhanden. Die öffentlichen Waldeigentümer nutzen den Zuwachs weitgehend. Eine Situation, bei welcher zu erwähnen ist, dass viele Privatwaldeigentümer ihren Wald vorbildlich pflegen. Im Gegensatz zu den öffentlichen Waldeigentümern sind sie wirtschaftlich nicht vom Holzertrag abhängig und haben keine eigenes Personal. Der Holzertrag bedeutet jedoch oft einen willkommenen Nebenverdienst.

 

Im Wirtschaftswald soll qualitativ hochwertiges Holz wachsen. Alle Holzschläge sind durch den Forstdienst zu bewilligen. Mit gezielten Eingriffen fördert der Revierförster das Wachstum vitaler Bäume mit hoher Qualität. Ziel ist eine natürliche Waldverjüngung mit standortsgerechten Baumarten.

 

Eine wichtige Voraussetzung für einen funktionierenden, planbaren und kostengünstigen Waldbau ist ein regulierter Wildbestand, damit beim Aufwuchs nicht einzelne Baumarten ausfallen und so die Mischung negativ beeinflusst bzw. die Auswahlbasis geschmälert wird. Die Bewirtschaftung und die Pflege des Waldes sind aufwändig, besonders im Gebirgswald. Zurzeit deckt der Holzerlös die Bewirtschaftungskosten nur in gut erschlossenen Lagen.

 

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