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Schutzwaldpflege

Normale Schutzwaldpflege

Schutzwald

Die Schutzwaldpflege ist die wichtigste biologische Massnahme der Naturgefahrenprävention. Sie dient der Optimierung der Schutzwirkung des Waldes. Beispielsweise werden Öffnungen im Bestand angelegt um die Verjüngung einzuleiten oder man entfernt instabile Bäume. Flächenmässig ist die Schutzfunktion der Wälder vor Naturgefahren die wichtigste Waldfunktion.

 

Die Schutzwälder sind dargestellt im Geoportal dargestellt.

 

Nach Prozessarten aufgeteilt nehmen die Wälder mit Schutzfunktion vor Murgang die grösste Fläche ein. Dann folgen diejenigen zum Schutz vor Lawinen und Hochwasser. An den steilen Südhängen des Walensees ist die Schutzwirkung vor Steinschlag sehr wichtig. Die weiteren Schutzwälder betreffen die Prozessarten Rutschung, Hangmure und Erosion. Längs der Bäche ist die Schwemmholzbildung infolge des Eintrages umgestürzter Bäume in die Gerinne zu verhindern. Verschiedene Prozessarten können sich auf der gleichen Fläche überlagern, was häufig bei Lawine und Murgang der Fall ist.

 

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat die Anforderungen, die Planungsmethodik und das Controlling bei der Schutzwaldpflege in seiner verbindlichen Wegleitung‚ Nachhaltigkeit im Schutzwald (NaiS)‘ festgelegt.

 

Nachhaltigkeit und Erfolgskontrolle im Schutzwald

 

Im Schutzwaldpflegeprojekt Amden – Weesen wurde diese Planungsmethodik evaluiert. Als Fallbeispiel ist dieses Projekt in Kapitel 8 der erwähnten Publikation dargestellt.

Die Schutzwälder der Waldregion 4 werden nach Prioritäten gepflegt. Der Umfang der ausgeführten Massnahmen hängt von den von Bund und Kanton zur Verfügung gestellten Finanzmitteln ab.

Aufforstung Buech, Amden

Lawinenverbauung

Ergänzend zur technischen Lawinenverbauung versuchte man in Amden schon früh, Lawinenanrisse mittels der biologischen Schutzwirkung des Waldes zu verhindern. Zu diesem Zweck wurde in den Jahren 1954 bis 1964 und als Ergänzung 1984 unten an die Lawinenverbauung Mattstock angrenzend eine 10 ha grosse Aufforstung angelegt, die „Aufforstung Buech“. Sie verhindert Lawinenabgänge aus dem Gebiet Buech, welche theoretisch das Dorf Amden erreichen könnten.

Es handelt sich um ein besonders interessantes und herausforderndes Projekt, da die natürlichen Voraussetzungen mit Schneehöhen bis 5 m und sehr starkem Schneegleiten und -kriechen extrem schwierig sind und immer wieder zu empfindlichen Rückschlägen führten. Dank gezielter Pflegeeingriffe und temporärer Holzverbauungen gegen die schneemechanischen Einwirkungen schaffte diese Aufforstung nach etwa 60 Jahren den Durchbruch. Sie ist heute grösstenteils gesichert und erfüllt die Schutzfunktion. Sie bildet ein wertvolles, interessantes und gut dokumentiertes Erfahrungs- und Lehrobjekt zum Thema Aufforstung in extremen Schneelagen.

Die Aufforstung Buech und weitere Aufforstungen sind beschrieben in der Binding-Festschrift  und in der Forstzeitschrift Bündnerwald  

 

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